„Es ist möglich, ein reines Leben zu leben!“

Das Wertvollste, das ich geben kann, ist ein Beweis dafür das dieses Leben wahr ist. Es ist möglich, ein Leben zu führen, in dem man alle Sünde vollständig überwindet – ein siegreiches Leben. Matthew Ibrahims eigene Erfahrungen beweisen, was viele aus seinem Bekanntenkreis für unmöglich gehalten haben. Noch dazu ist er nicht der Einzige.

Der Matthew, den ich kenne, ist ruhig, intelligent und humorvoll. Er strahlt immer Wärme aus, selbst wenn er manchmal nur lächelt oder fragt wie es geht. Wir trafen uns zum ersten Mal vor vielen Jahren. Damals wohnte ich in Melbourne, und wir gingen in dieselbe christliche Ortsgemeinde. Ich hatte von anderen Gemeindemitgliedern gehört, dass er als 19-jähriger eines Tages ganz unerwartet in der Gemeinde aufgetaucht war. Ich fragte mich, warum er gekommen war und warum er geblieben ist. In diesem Jahr trafen wir uns auf einer internationalen Konferenz in Norwegen wieder. In einer ruhigen Pause bekam ich endlich die Möglichkeit, seine Geschichte zu hören.

Ein bitterer und enttäuschender Tag

Matthews Sehnsucht nach einem tieferen Leben in Christus begann bereits in sehr jungen Jahren.

„Als Sechs- oder Siebenjähriger fragte ich meine Mutter: „Gibt es noch etwas, was man tun muss, um in den Himmel zu kommen, nachdem man Jesus gebeten hat, ins Herz zu kommen?“

„Nein, das ist alles, was du tun musst“, antwortete sie.

Dies war die Verkündigung in der Versammlung, welche wir besuchten, in der die Vergebung der Sünden das Hauptthema war. Ich erinnere mich, dass ich erleichtert war, denn ich war nicht gerade ein gehorsames Kind.“ Aber gleichzeitig glaubte Matthew, dass sich dies eines Tages ändern würde.

 „Ich habe eigentlich immer daran geglaubt, dass es nicht nötig war, immer wieder zu sündigen.“

Als Matthew mit zwölf oder dreizehn Jahren getauft wurde, dachte er, dass der Tag der Verwandlung gekommen sei. Er freute sich darauf, nun durch die Taufe im Stande zu sein, ein neues Leben – Jesu Leben – zu leben, wie man ihm gesagt hatte. Für ihn war es, als ob er eine neue Jacke angezogen hatte, auf welcher stand: „Ich lebe nicht mehr länger selbst, sondern Christus lebt in mir.“ Trotzdem kann er sich deutlich erinnern, wie mutlos er sich fühlte, als er am nächsten Morgen erwachte und merkte, dass er immer noch derselbe war. „Ich bin in meinem ganzen Leben noch nie so enttäuscht gewesen. Ich war mutlos, weil ich immer noch als Knecht meiner sündigen Natur lebte, die ich geerbt hatte.“

In der Versammlung hatte Matthew gelernt: „Einmal erlöst, immer erlöst“. Das machte es unbedeutend, etwas gegen die Sünde zu tun. Er fand heraus, dass die Bibel nicht mit dieser Verkündigung übereinstimmte: „Es gibt so viele Verse in der Bibel, die davon handeln, dass man dafür kämpfen soll, in das Himmelreich zu kommen.“

Die Verse aus 2. Timotheus 2,21 ergriffen ihn: „Wenn nun jemand sich reinigt von solchen Leuten, der wird ein Gefäß sein zu ehrenvollem Gebrauch, geheiligt, für den Hausherrn brauchbar und zu allem guten Werk bereitet.“

In den Versuchungen aushalten

„Es gibt viele Versuchungen zu unreinen Gedanken bei einem jungen Mann.“ Als 15-jähriger wurde ihm wichtig, ein reines Leben zu führen. „Ich rief zu Gott um Hilfe!“

Matthew bekehrte sich von Herzen und verbrachte viele Stunden damit, Gottes Wort zu lesen und zu beten, wenn er alleine war. Dies wurde zu einer kräftigen geistlichen Waffe für ihn. Ihm wurde offenbar, dass er den unreinen Gedanken widerstehen konnte, während sie noch klein waren. Aber Matthew verstand zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass er begonnen hatte, Jesu Beispiel darin zu folgen, sein Kreuz jeden Tag auf sich zu nehmen. Wie Jesus suchte er Gottes Hilfe in den Versuchungen, und Gott hörte die Gebete seiner aufrichtigen Seele. Matthew begann zu verstehen, dass er dem, wozu er versucht wurde, nicht nachgeben musste. „Mir wurde klar, dass wir in der der Versuchung aushalten müssen.“

Matthew bekam Kraft durch das Gebet, und er traf die Wahl, die Lüste zu hassen und sie zu verleugnen, oder wie die Bibel sagt, sie zu „kreuzigen“. Zum ersten Mal merkte er, dass er überwand!

„Ich spürte eine überwältigende Freude! Verglichen damit, wie ich mich nach der Taufe fühlte, war dieses Erlebnis ganz anders: Es war eine Bestätigung des Geistes, dass dies das Leben war, welches ich führen sollte.“

Lebende Beweise um mich herum

Wie Jesus suchte er Gottes Hilfe in den Versuchungen, und Gott hörte die Gebete einer aufrichtigen Seele.

Auf dem Weg dahin, die Sünde zu überwinden, sind die Feinde stark, und Matthew hatte nicht von Jesu persönlichem und vollständigem Sieg über die Sünde in Gedanken und Taten gehört. Niemandem zeigte ihm den Weg, den Jesus gegangen war. „Es dauerte nicht lange, bis ich wieder fiel.“

Er suchte weiter und kam schließlich zu einer Gemeinde, die an Sieg über die Sünde glaubte. Zusammen mit einem Freund fand er die Ortsgemeinde von BCC in Melbourne. Nach all seinem Suchen, seinen Enttäuschungen und seiner Mutlosigkeit hörte Matthew endlich vom Weg des Kreuzes – von dem Weg, den ein Jünger gehen kann, nachdem er Sündenvergebung bekommen hat.

„Das, was ich vorher geglaubt hatte, wurde bestätigt; es ist für mich möglich, ein Leben zu führen, in dem ich jeden Tag die Sünde überwinde.“ Er sah lebendige Beweise für Gottes Verheißungen um sich herum. „Es beeindruckte mich, dass diese Menschen solide Gottesmenschen waren, die Gottes Werk verstanden und in ihrem eigenen Leben praktizierten.“

In den Versammlungen hörte Matthew in den Zeugnisse von Männern und Frauen von ihrem Glauben und ihren Kämpfen. Indem er ihnen zuhörte, arbeitete der Geist auch in ihm. „Das, wovon die Anderen redeten, war auch für mich bedeutungsvoll. Der Geist begann auf Dinge in meinem Leben zu zeigen, welche geändert und abgelegt werden mussten.“

Gemeinschaft

„Andere zu sehen, die sich durch ihre persönlichen Probleme und Lebenssituationen kämpfen, ist eine Quelle der Stärkung für mich. Es weckt das gleiche Verlangen in mir, wenn ich ihr Verlangen nach einem neuen Leben höre, das wir durch das Evangelium gewinnen können. Es erinnert mich stets daran, dass es wirklich möglich ist, ein Leben zu führen, in dem man die Sünde überwindet.“

„So wir aber im Lichte wandeln, wie er im Licht ist, haben wir Gemeinschaft untereinander.“ Matthew zitiert 1. Johannes 1,7 während er seine Erlebnisse mit mir teilt. „Diese Gemeinschaft entsteht nicht, weil wir uns derselben Lehre hingeben oder auf „dem Papier“ dasselbe glauben, sondern wenn wir dasselbe Leben gelebt und Sieg auf denselben Gebieten bekommen haben, bestehen starke geistliche Bande, die eigentlich mit Worten nicht beschrieben werden können.“

Wenn wir dasselbe Leben gelebt und Sieg auf denselben Gebieten bekommen haben, bestehen starke geistliche Bande, die eigentlich mit Worten nicht beschrieben werden können.

Mit vielen treuen Männern und Frauen auf jedem Kontinent der Erde entsteht eine Bruderschaft, die Landesgrenzen, Kulturen, Alter oder persönliche Hintergründe überwindet.

„Ich glaube nicht, dass so etwas ohne die Botschaft vom Kreuz und dem siegreichen Leben existieren könnte“, lächelt Matthew und schüttelt ein wenig den Kopf wie einer, der etwas Großes entdeckt hat.

Jetzt will er dies gerne mit allen teilen, die ein Verlangen nach diesem Leben haben.

Das Wertvollste, was ich geben kann

„Das Wertvollste, was ich geben kann, ist ein Beweis, dass dieses Leben wahr ist. Es ist möglich, ein Leben im vollständigen Sieg über die Sünde zu leben – ein siegreiches Leben. Wir haben eine Gemeinde mit vielen Beispielen und Zeugen für dieses Leben, das Jesus uns durch den neuen und lebendigen Weg möglich gemacht hat. Sündenvergebung ist nur der Anfang dieser langen und fantastischen Wanderung im Glauben, die wir hier auf der Erde unternehmen können.“

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