Was ist Sünde?

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Es gibt viele Ausdrücke, die die Sünde beschreiben, sowohl biblische als auch unbiblische. Was ist die „Erbsünde“? Was „die Sünde im Fleisch“? Und was sind „Werke des Leibes“? Alle haben Sünde, aber keiner muss sündigen – Sünde tun. Worin besteht der Unterschied zwischen Sünde zu haben und Sünde zu tun?

Der Ursprung der Sünde – die Erbsünde

Die Sünde kam auf die Erde, als Adam und Eva Gott ungehorsam waren und vom Baum der Erkenntnis über Gut und Böse aßen. Sie taten ihren Willen anstelle von Gottes Willen und konnten als Folge zwischen Gut und Böse unterscheiden. Dieser eine Ungehorsam verdarb ihre ganze menschliche Natur. Jetzt hatten sie eine sündige Natur, ein sündiges Fleisch – die „Erbsünde“ war in der Welt.

Was ist die Sünde im Fleisch?

Was ist die Sünde im Fleisch? Alle Nachkommen Adams und Evas habe die Sünde im Fleisch geerbt – nicht die Schuld der beiden, aber die Tendenz, lieber den eigenen Willen anstelle Gottes Willen zu tun. In der Bibel werden verschiedene Ausdrücke verwendet, um diese Tendenz zu beschreiben: „Die Sünde im Fleisch“, „Sündenleib“, „Gesetz der Sünde“, „Lüste und Begierden“ und weitere. In Römer 7,18 schreibt Paulus: „So tue nun ich dasselbe nicht, sondern die Sünde, die in mir wohnt.“ Hier beschreibt er die Neigung zu sündigen, die wir alle geerbt haben.

Johannes schreibt: „So wir sagen, wir haben keine Sünde, so verführen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns.“ 1. Johannes 1,8. Er schreibt hier von der Sünde im Fleisch, die wir geerbt haben – die Lüste und Begierden. Dafür können wir nichts. Wir wurden damit geboren und können nichts dafür.

Wir spüren diese Neigung jedes Mal, wenn wir versucht werden. Jakobus beschreibt dies so: „Sondern ein jeglicher wird versucht, wenn er von seiner eigenen Lust gereizt und gelockt wird.“ Jakobus 1,14.

Wann habe ich gesündigt?

Es besteht jedoch ein großer Unterschied zwischen „Sünde zu haben“ und „Sünde zu tun“. Jakobus schreibt weiter: „Danach, wenn die Lust empfangen hat, gebiert sie die Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert sie den Tod.“ Jakobus 1,15. Hier sehen wir, dass die Versuchung nicht zur Sünde wird, bevor sie empfangen hat. Die Empfängnis geschieht, wenn man in seinen Gedanken „Ja“ zu den Lüsten sagt, zu denen man versucht wird.

Das Resultat ist, dass man sündigt – in Gedanken, Worten oder Werken. Für diese Sünde können wir etwas, denn wir haben sie bewusst getan. Deshalb ist dies die Sünde, durch die wir schuldig werden und für die wir Rechenschaft ablegen müssen.

Schluss mit der Sünde – Sieg über Sünde

Es ist vollkommen möglich, mit der bewussten Sünde ganz und gar aufzuhören. Wir brauchen also keine Sünde zu tun. Mit Gottes Hilfe können wir jedes Mal, wenn wir zur Sünde versucht werden, ein deutliches „Nein!“ dazu sagen. Das nennt die Bibel „überwinden“ und „die Sünde töten“.

Lebt man so, dann siegt man über die Sünde, anstelle dieser nachzugeben. Dann hat man angefangen, Jesus nachzufolgen, der keine Sünde getan hat. Man ist ein Jünger Jesu geworden.

Unbewusste Sünde – die Werke des Leibes

Es gibt jedoch auch Sünden, die wir tun ohne dass wir dadurch schuldig werden. Das ist der Fall, wenn wir im Gegensatz zu dem, was Gottes Wille ist, reagieren, reden oder denken, ohne uns dessen bewusst zu sein. Die Bibel nennt diese Sünde „die Werke des Leibes“ und „gefangen zu sein in dem Gesetz der Sünde“. Lies dazu Römer 7 und 8.

Da uns diese Sünden zum Zeitpunkt der Tat nicht bewusst sind, trifft uns dafür auch keine Schuld.

Entwicklung – Heiligung – Verwandlung

Nur wenige Menschen glauben daran, dass es möglich ist, ein Leben im Sieg über die Sünde zu leben. Noch weniger leben tatsächlich ein siegreiches Leben. Doch die Bibel verheißt uns noch mehr: Es ist möglich, von „Tag zu Tag erneuert“ zu werden (2. Korinther 4,16) – mehr und mehr Teil an Jesu Tugenden, seinem Leben, zu bekommen.

Die Liebe zu Jesus führt solche Menschen dazu, ständig „im Licht zu wandeln, wie er im Licht ist“ (1. Johannes 1,7). Vorher Unbewusstes wird bewusst. Dieses Licht bewirkt ein ständiges Selbstgericht. Solche Menschen sehen, dass sie Dinge getan haben, die sie eigentlich hassen (Römer 7,15). Sie bereuen, sind in Not über sich selbst und tragen so immer das Sterben Jesu an ihrem sterblichen Leib (2. Korinther 4,10). Deshalb wird auch Jesu Leben mehr und mehr an ihnen sichtbar: Sie werden geduldiger, freundlicher, fröhlicher, vergelten Böses mit Gutem und wachsen in allem Guten.

Diese Menschen stehen in einer guten Entwicklung. Die Bibel nennt dies Heiligung und Verwandlung. Dieses Leben ist genau das Gegenteil von einem Leben in Sünde. Es ist ein heiliges Leben, ein christliches Leben – ein Leben, wie Jesus Christus selbst es gelebt hat.

Lebst du so? Dann bist du in Wahrheit ein Christ.

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